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Goldfäden und Spuren von Gewalt

Online-Gespräch mit der Künstlerin Lilian Moreno Sánchez über das Misereor Hungertuch
Goldfäden und Spuren von Gewalt
Goldfäden und Spuren von Gewalt
© Dieter Härtl; Paul Hart

Drei Teile, die ein Ganzes ergeben. Mit zarten Goldfäden bestickt und mit düsterer Kohle, Staub und Erde befleckt. Verzaubernd und verstörend zugleich: das ist das aktuelle Hungertuch des bischöflichen Hilfswerks Misereor zur diesjährigen Fastenaktion. Gestaltet hat es die chilenische Künstlerin Lilian Moreno Sánchez. Am Mittwoch, 24. März, 19 bis 20:30 Uhr gibt sie im Online-Gespräch mit der Katholischen Erwachsenenbildung Wiesbaden-Untertaunus & Rheingau (KEB) Einblick in die Entstehung und Hintergründe ihres Werks. Im Dialog mit der Leiterin der KEB, Dr. Simone Husemann, wird es auch um aktuelle Bezüge zu unserer Lebenswirklichkeit unter den Vorzeichen der Pandemie gehen.

Der Titel des Werks nimmt Bezug auf einen Bibelpsalm und macht berührend deutlich, wozu Glaube und Hoffnung fähig sind: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum…“ ist ein Klage- und Danklied. Im Mittelpunkt steht die Ohnmacht, wenn die ganze Welt ins Wanken gerät und der Boden unter den Füßen weggezogen scheint. Letztendlich gibt es aber Bewegung und Wandel und aus beängstigender Enge wird ein weiter Horizont.

Für das Triptychon verwendete Moreno Sánchez Laken aus einem bayrischen Kloster, um die körperlichen und die seelisch-spirituellen Aspekte von Krankheit und Heilung anzusprechen. Diese Laken zog sie durch den Staub und Schmutz auf dem Platz in Santiago de Chile, auf dem bei Demonstrationen gegen soziale Ungleichheit im Oktober 2019 knapp fünftausend Menschen verletzt wurden und 26 starben. „Ich wollte Spuren sammeln direkt am Ort des Geschehens, als Erinnerung“, sagt die Künstlerin. Zudem verwendet sie Röntgenbilder von teils gebrochenen, teils verdrehten Knochen und Gelenken von Menschen, die bei eben diesen Protesten durch die Staatsgewalt verletzt wurden. Der karge, minimalistische Eindruck des Werks findet unerwartete Wendung und Üppigkeit in vergoldeten Blüten des Stoffes. „Die Kraft des Wandels ist die Kraft, die wir in Krisensituationen brauchen, um durchzuhalten und um etwas innerlich und grundsätzlich in uns zu ändern.“, so Moreno Sánchez.

Die 1968 in Chile geborene Künstlerin studierte zunächst an der dortigen Kunstfakultät Grafik und kam 1996 zum Studium an der Akademie der Bildenden Künste nach München. Bereits nach drei Jahren avancierte sie zur Meisterschülerin. Zentrales Element ihres Schaffens ist der Mensch und die Ästhetisierung des Leidens.

Misereor und Brot für die Welt setzen mit dem Hungertuch 2021/2022 ein Zeichen für die Ökumene: Gemeinden beider Konfessionen nutzen das Bild und machen Mut, weiter an der Einen Welt zu bauen. Alle zwei Jahre möchte ein neues Hungertuch die Betrachter zu einem Perspektivwechsel anregen.

Die Teilnahme am Online-Gespräch ist kostenlos. Auch Zuschauer sind eingeladen, ihre Fragen zu stellen. Es wird das Videokonferenztool „zoom“ genutzt (https://zoom.us). Sie benötigen dafür nur eine stabile LAN- oder WLAN-Verbindung am PC, Laptop, Tablet oder Smartphone. Den Zugangslink erhalten Sie vor Beginn der Veranstaltung. Anmeldungen bitte per E-Mail an keb.wiesbaden@bistumbistumlimburglimburg.de bis Montag, 22.03.2021.

Annette Krumpholz
Pressestelle der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Limburg
Domplatz 360311Frankfurt
Tel.:069 8008718-453
 0160 3327279

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