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Kloster Eberbach im Nationalsozialismus

Ergebnisse des Forschungsprojekts bei einer Buchvorstellung und Podiumsdiskussion der Öffentlichkeit vorgestellt
Kloster Eberbach im Nationalsozialismus
Kloster Eberbach im Nationalsozialismus
Weinkutsche mit Hakenkreuz vor dem Kloster Eberbach © Kloster Eberbach

Die Stiftung Kloster Eberbach hat in einem Forschungsprojekt die Rolle der ehemaligen Zisterzienserabtei im Nationalsozialismus aufarbeiten lassen. Während einer Buchvorstellung mit anschließender Podiumsdiskussion wurden die Ergebnisse im Laiendormitorium von Kloster Eberbach am 16. September vorgestellt. „Als Kulturdenkmal europäischen Ranges ist es eine besondere Verantwortung, Auskunft über die Zeit von 1933 bis 1945 geben zu können“, sagte Martin Blach, Vorsitzender des Vorstands, bei der Begrüßung zur Veranstaltung. „Diese Lücke der Geschichtsforschung konnten wir nun schließen. Gleichzeitig müssen wir die Ergebnisse in unserer gegenwärtigen politischen Situation als Mahnung an uns alle verstehen“, ergänzte Blach gemeinsam für den Vorstand der Stiftung. 

Priska Hinz, Hessische Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, lobte in einem Grußwort die Initiative der gemeinnützigen Stiftung: „Die Studie und der heutige Abend sind ein wichtiger zivilgesellschaftlicher Beitrag, um das Friedensprojekt Europa auch für die Zukunft zu sichern.“

Die auch in Buchform erschienenen Forschungsergebnisse stellte der mit der wissenschaftlichen Studie beauftragte Historiker Dr. Sebastian Koch dem Publikum vor. Neben Kloster Eberbach thematisierte er den Rheingau sowie insbesondere den Weinbaubetrieb. Der Einsatz von Fremd- und Zwangsarbeitern ist dabei ebenso Thema wie die Arisierung des regionalen Weinhandels und deren Profiteure.

Unter der Moderation von Stefan Schröder, Chefredakteur des Wiesbadener Kuriers, wurden die Erkenntnisse anschließend diskutiert und in einen Kontext eingeordnet. Neben Dr. Sebastian Koch nahm Peter Seyffardt, Präsident des Rheingauer Weinbauverbands, auf dem Podium Platz. Krankheitsbedingt fiel Professor Dr. Jürgen W. Falter von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz kurzfristig als Diskutant aus. In einer offenen Fragerunde entstand eine lebhafte Diskussion zum Thema.