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13.10.2017

Überbordendes künstlerisches Schaffen

Birgit Ziegert, Künstlerin der Marienkirche Aulhausen, ist tot

Birgit Ziegert, Künstlerin des Atelier Goldstein, ist tot (Fotos: Atelier Goldstein)

FRANKFURT/Aulhausen.- Ein unverwechselbares, überbordendes, phantastisch künstlerisches Schaffen voller Humor und Lebensfreude hat seine Vollendung gefunden: Die Künstlerin Birgit Ziegert aus dem Frankfurter Atelier Goldstein ist tot. Wie das Frankfurter Atelier, eine Einrichtung der Lebenshilfe e. V., in der Künstler mit Handicaps wie Autismus, Down-Syndrom oder ähnlichem, leben und arbeiten, am Freitag, 13. Oktober, mitteilte, starb Ziegert am Mittwoch, 11. Oktober, im Alter von 51 Jahren in einem Frankfurter Krankenhaus. Birgit Ziegert wird dem Bistum Limburg über ihren Tod hinaus verbunden bleiben mit ihrer  großen Installation eines Engelsflügels auf dem Boden der Marienkirche Aulhausen und ihrem Kirchenfenster „Ursprung“.

Die Leiterin und Mitbegründerin des Atelier Goldstein, Christiane Cuticchio, würdigte Birgit Ziegert, die mit dem Down-Syndrom geboren wurde, als eine der Protagonistinnen des Ateliers. Birgit Ziegert kam 2005 in das Atelier Goldstein. Seither waren ihre Arbeiten in zahlreichen nationalen und internationalen Präsentationen zeitgenössischer Kunst zu sehen.

In der Ausstellung „Weltenwandler,“ in der Schirn Kunsthalle Frankfurt, füllte sie 2011 das gesamte Treppenhaus mit ihrer typischen wilden Menagerie aus Tier- und Pflanzendarstellungen. Ihre Arbeiten für die zum Vincenzstift Aulhausen in Rüdesheim gehörende Marienkirche, die 2014 von Künstlern des Ateliers in aufsehenerregender Weise ausgestattet worden war, werden bleiben und noch viele Generationen nach ihr verwundern und verzaubern. Die Bilder und Objekte der Goldsteiner Künstler waren 2016 auch im Bildungszentrum Haus am Dom des Bistums Limburg in Frankfurt in einer viel beachteten und bewegenden Ausstellung zu sehen.

"Mit ihrem Tod endet ein unverwechselbares, überbordendes, phantastisch künstlerisches Schaffen voller Humor und Lebensfreude. Ein Werk, das immer mit der schlafwandlerisch sicheren Zeichnung begann und sich oft im Lauf des Gestaltungsprozesses in eine üppige Malerei entwickelte", hob Cuticchio hervor. (dw)

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